Mainz passt Kita-Planung an neue Bedarfe an

Weniger Geburten in mehreren Stadtteilen, gleichzeitig weiter hoher Bedarf an einzelnen Standorten – Stadt setzt künftig auf gezielteren Ausbau von Betreuungsplätzen.

Mainz will die Kita-Planung in den kommenden fünf Jahren flexibler gestalten. Vorgestellt wurde jetzt der neue Kindertagesstätten-Bedarfsplan. Statt auf einen flächendeckenden Ausbau setzt die Stadt künftig stärker auf punktuelle Maßnahmen dort, wo der Bedarf besonders hoch ist. Damit reagiert Mainz unter anderem auf stark schwankende Geburtenzahlen in einzelnen Stadtteilen.
Während viele Bereiche inzwischen gut versorgt sind und die Geburtenzahlen zurückgehen, besteht unter anderem in Weisenau weiterhin zusätzlicher Bedarf an Kita-Plätzen. Zum Stichtag Ende September 2025 lebten laut Stadt Mainz rund 10.000 Kinder mit Rechtsanspruch auf Betreuung in der Landeshauptstadt. Besonders bei den Zwei- bis Sechsjährigen ist die Zahl in den vergangenen Jahren leicht gesunken. Deutlich weniger Geburten gab es zuletzt unter anderem in der Neustadt, in Gonsenheim und Bretzenheim. Insgesamt standen Ende 2025 rund 9.400 Betreuungsplätze in Kitas, Elterninitiativen und der Kindertagespflege zur Verfügung. Die Versorgungsquote liegt laut Stadt bei Kindern ab zwei Jahren aktuell bei 102 Prozent, im U2-Bereich bei rund 85 Prozent. Geplant sind nun zusätzliche Plätze in Weisenau sowie Anpassungen und Umzüge von Einrichtungen in der Oberstadt, der Neustadt und in Mombach. Sozialdezernentin Jana Schmöller betont, Mainz bleibe eine familienfreundliche Stadt. Künftig gehe es aber stärker darum, die vorhandenen Kapazitäten bedarfsgerecht zu steuern und wirtschaftlich tragfähig weiterzuentwickeln.
Außerdem berücksichtigt der neue Bedarfsplan erstmals umfassend die Anforderungen des Ganztagsförderungsgesetzes. Durch den schrittweisen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder wird die Planung künftig auch auf Nachmittagsangebote ausgeweitet.
Zusätzlich plant die Stadt eine neue trägerübergreifende Anmeldeplattform, um die Platzvergabe für Eltern künftig flexibler zu gestalten. Über das Gesamtkonzept entscheidet der Stadtrat Mitte Juni.

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